Abschlussbericht

Ab sofort ist der als Buch erschienene Abschlussbericht des Projekts "HyWert - Chancen für die nachhaltige Entwicklung durch neue hybride Wertschöpfungskonzepte" als Buch oder als Download erhältlich.
Sie können das Buch online über denBookshop  des Fraunhofer Verlags bestellen sowie das PDF herunterladen.




Download Leitfaden

Eine kurze Übersicht zentraler Projektergebnisse und im Speziellen der Handlungsempfehlungen für die Geschäftsmodellgestaltung bietet der Leitfaden, der kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

HyWert Leitfaden





Chancen für die nachhaltige Entwicklung durch neue hybride Wertschöpfungskonzepte ("HyWert")


Projektvorstellung

Bezug des Vorhabens zu den förderpolitischen Zielen

In jüngerer Zeit ist in verschiedenen traditionellen Wertschöpfungsketten eine Verschiebung in der Wertschöpfungs­architektur zu beobachten. Anstelle physischer Produkte werden den Kunden die mit diesen Produkten zu erzielenden Funktionen und Leistungen, beispielsweise auf der Basis von "Pay on production"-Konzepten verkauft. Charakteristisch für diese neuen "hybriden Wertschöpfungskonzepte" ist, dass hier Dienstleistungen und Produkte integriert und als Leistungsbündel vermarktet werden. Zur effizienten Erbringung dieser "hybriden Wertschöpfung" sind häufig spezifische Innovationen hinsichtlich der technischen Gestaltung der Produktanteile notwendig, um etwa die Lebensdauern zu verlängern und die Wartungsfreundlichkeit zu verbessern. Die Motivation für solche Angebote ist unterschiedlich. Manche werden von den Anbietern aufgrund wirtschaftlicher Ziele entwickelt, die sich etwa in der Erzielung von Gewinnen, der Steigerung der Kundenbindung und in der schnelleren Diffusion von Produktinnovationen darstellen können. Während hier der Wirtschaftlichkeitsaspekt von Nachhaltigkeit explizit verfolgt wird, bleibt die Wirkung solcher Modelle für die ökologische Säule der Nachhaltigkeit unklar. Bei anderen Modellen, wie beispielsweise Contracting im Energie­bereich, liegen die ökologische und wirtschaftliche Motivation des Angebots näher beieinander. Zuweilen werden Dienstleistungsmodelle zum Wohle der Umwelt propagiert, ohne dass die sozioökonomische Tragfähigkeit des Konzepts erwiesen ist. Festzuhalten bleibt, dass der Beitrag innovativer "hybrider Wertschöpfungskonzepte" zur Nachhaltigkeit viele Chancen zu bieten scheint. Neben diesen Chancen sollen in diesem Projekt auch die Risiken für die Nachhaltigkeit herausgearbeitet werden.
Die Innovations- und Technikanalyse (ITA) als ein Instrument zur Identifikation des Entwicklungs- und Anwendungspotenzials neuer Technologien bietet sich zur Ergründung dieses Nachhaltigkeitspotenzials und zur Entwicklung von Konzepten zu seiner Ausschöpfung an. Sie kann hier dazu beitragen in der Frühphase der Entwicklung von hybriden Wertschöpfungskonzepten handlungsrelevantes Wissen für verschiedene Akteursgruppen bereitzustellen. Gleichzeitig kann sie helfen, "innovative Lösungen im Umgang mit und zur Vermeidung von möglichen Risiken" zu entwickeln, die durch neue "hybride Wertschöpfungskonzepte" in traditionellen Wertschöpfungs­ketten entstehen.
 

 
 

Ziel des Projektes "HyWert" ist es, ausgehend von konkreten Fällen aus den Bereichen Druckluft, Werkzeugmaschinen, Abwasserbehandlung, und Kunststoffrecycling die Wirkungsrichtung innovativer hybrider Wertschöpfungskonzepte auf die Nachhaltigkeit qualitativ und- soweit möglich- quantitativ zu bestimmen. Faktoren, die diese Wirkungsrichtung beeinflussen, sollen identifiziert und daraus Handlungsempfehlungen für die Akteure des Innovationssystems hinsichtlich der Erschließung von Potenzialen und der Vermeidung von Risiken für die Nachhaltigkeit abgeleitet werden.

Dabei stehen folgende Forschungsfragen im Fokus:

  1. Welche Chancen bieten hybride Wertschöpfungskonzepte neben der wirtschaftlichen auch für die ökologische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit?
  2. Welche Breitenwirkung und Relevanz haben innovative hybride Wertschöpfungskonzepte in den unterschiedlichen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes?
  3. Welche Treiber und Hemmnisse, einschließlich rechtlicher und ordnungspolitischer, gibt es für die nachhaltige Ausgestaltung innovativer hybrider Wertschöpfungskonzepte und welche Chancen und Risiken sind hierbei für die beteiligten Akteure verbunden?
  4. Welche "Stellschrauben" oder "Hebel" sind bei der Ausgestaltung von neuen hybriden Wertschöpfungskonzepten in Richtung Nachhaltigkeit relevant und wie sind diese einzustellen, um das bestehende Nachhaltigkeitspotenzial bestmöglich zu erschließen?
  5. Welche Rolle kann eine Auslagerung von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für die Nachhaltigkeit von hybriden Wertschöpfungskonzepten spielen?
     


Forschungsdesign

Das Projekt „HyWert“ beantwortet die Fragestellung durch eine Verbindung von umfassenden quantitativen und qualitativen Analysen. Die quantitative Auswertung von Daten produzierender Unternehmen in Deutschland dient zur Validierung von Expertenmeinungen und der Beleuchtung der Breitenwirkung hybrider Wertschöpfungskonzepte. Detaillierte Einzelfallstudien in den Wertschöpfungsketten Druckluft, Werkzeugmaschinen, Abwasserbehandlung sowie Kunststoffrecycling werden aufgrund ihres sektorübergreifenden Querschnittscharakters als Referenz herangezogen, um einen Vergleich traditioneller und neuer hybrider Wertschöpfungskonzepte qualitativ durchführen zu können.

Erwartetes Ergebnis

In dem Projekt sollen Gestaltungsempfehlungen erarbeitet werden, welche die Akteure – Anbieter, Nutzer, Wissenschaft und Politik - des Innovationssystemen bei der Erschließung der in hybriden Wertschöpfungskonzepten liegenden Chancen für die Nachhaltigkeit unterstützen und verbundene Risiken minimieren.


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